Mobiles Internet ist anders

Diese Botschaft ist auch nicht wirklich neu. Es lohnt sich allerdings noch einmal darüber nachzudenken, wenn man überlegt, dass mittlerweile 40 Millionen Subscriber des Mobilfunks in den USA und viele Millionen mehr quer durch Europa und Asien im Internet mobil jeden Monat unterwegs sind. Was sie dort tun, hört sich zunächst ganz normal an.

Sie checken ihre eMail, schauen sich in ihren sozialen Netzwerken um, überweisen Geldbeträge von ihren Bankkonten und engagieren sich in vielen anderen Internetaktivitäten. Man kann also jetzt sagen, dass das mobile Internet eine kritische Masse erreicht hat, um Werbung anzuziehen. Eine der Voraussetzungen dafür, dass die Werbung sich in den USA von den 40 Millionen aktiven Nutzern des mobilen Internets auch angezogen fühlen, ist, dass attraktive Tarife für eine möglichst grenzenlose Nutzung des mobilen Internets zur Verfügung stehen. Heute haben schon 14 Prozent der Mobilfunkkunden in den USA eine Flatrate und 50 Prozent der Nutzer würden so etwas zumindest präferieren.

Die Geschwindigkeit der Mobilfunknetze hat in der letzten Zeit rapide zugenommen. Mit der Verbreitung von 3 G ist inzwischen ein Niveau erreicht, dass einen Datentransfer gegenüber 2 G und 2.5 G Netzwerken erlaubt, der sechsmal schneller ist.

Die populärste Seite im mobilen Internet ist mit Sicherheit Yahoo! Mail. Sie wird von 14 Millionen Unique Visitors pro Monat besucht. Die Werbung als Voraussetzung für erfolgreiche Geschäftsmodelle folgt dieser Entwicklung mit großen Schritten. 26 Prozent der mobilen Internetnutzer können sich immerhin an bestimmte Formen von Werbung erinnern, die sie im Zuge der Internetnutzung gesehen haben. Soweit die zusammengefassten Ergebnisse eines Reports von Nielsen zum weltweiten Status des mobilen Internets.

Die positive Ausrichtung dieses Reports kommt nicht zur Unzeit. Der Verfall der Preise für Sprachdienste als auch der enorme Druck auf die Gebühren für die Internetnutzung sorgen nicht für Begeisterung. Obwohl die Telekommunikationsunternehmen noch nicht in tiefe Depression versunken sind, haben sie bisher noch nicht die überzeugenden Anwendungen gefunden, mit denen sich die Markttrends drehen lassen. Das gilt sowohl für die Festnetze als auch für den Mobilfunk. An dieser Stelle lohnt es sich vielleicht etwas tiefer in die Entwicklung einzelner Dienstebereiche hereinzugehen. Es ist unbestritten, dass in Zukunft Location Based Services und insgesamt lokale Angebote im Web eine neue Konjunktur auslösen werden.

Die Zeichen sind einfach zu deutlich. Es ist nicht zu übersehen, dass Google, Yahoo und Co nunmehr an die lokalen Anzeigenmärkte herangehen. Landkarten und Bewertungen sollen Nutzer und Werbekunden locken. Was die Marktentwicklung insgesamt angeht, so muss allerdings berücksichtigt werden, dass lokale Märkte traditionell die Domäne der eher mittelgroßen Unternehmen auch im Internet sind. Wer sich einmal den Service Qype ansieht, der wird schnell entdecken, dass es hier nicht auf den Einsatz neuester Mapping-Technologien ankommt, sondern auf die Bewertung, die Nutzer beispielsweise über besuchte Restaurants abgeben. Gleichzeitig wird man erkennen, dass die Informationsmengen durchaus auch mit mobilen Geräten verarbeitet werden können.

Ich bin überzeugt davon, dass neben den Mails gut portionierte Informationen, die auch auf kleinen Bildschirmen zu erkennen sind, dem Anforderungsprofil mobiler Netze und Endgeräte am besten gerecht werden. Hieraus ergibt sich der Umkehrschluss, dass es langfristig zu einer Parallelität von Festnetz, Internet und mobilem Internet mit ganz unterschiedlichen Nutzungsformen und Servicestrukturen kommen wird.

Quelle: www.ecin.de

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