Publicitas Web2com tritt mit neuen Partnerschaften künftig verstärkt in den Bereichen Mobile Marketing, Mobile Internet und Mobile Advertising im Markt auf. Dazu hat Publicitas Web2com langfristig ausgelegte Verträge mit den Firmen Alliera AG und Ilimitada GmbH abgeschlossen, wie das Unternehmen am Wochenende bekannt gab. Die neue Konstellation soll helfen, «um die Partner und Kunden von Publicitas Web2com mit vielfältigen Response- und Interaktions-Elementen zu bedienen», heisst es in der Mitteilung. «Durch die Konvergenz zwischen den Dialogmedien Telefon, Mobile und Web eröffnen die neuen Mobile Marketing Services nachhaltige Möglichkeiten, um das Markenerlebnis der Kundschaft zu verstärken und das Involvement der Zielgruppe zu erhöhen.»

Der Besuch virtueller Welten ist längst nicht mehr an bestimmte Altersgruppen gebunden. Immer mehr Menschen entdecken Computer- und Videospiele als ernsthafte Freizeitbeschäftigung oder als entspannenden Zeitvertreib für zwischendurch. „Digitale Spiele“, stellt der Branchenverband Bitkom fest, „sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen“. In jedem vierten Haushalt gibt es eine Spielkonsole, drei Viertel besitzen einen PC. Daneben gibt es eine weitere Spielplattform, die noch verbreiteter ist als PC und Playstation: das Handy.
Handy-Spiele sind ein wahrer Massenmarkt: 2009 werden weltweit 2,6 Milliarden Mobiltelefone im Umlauf sein, in 90 Prozent der deutschen Haushalte gibt es laut Bitkom wenigstens ein mobiles Telefon. Trotzdem wählen hierzulande gerade einmal 5,8 Prozent der Spieler das Handy als Plattform für ihr Hobby. Denn bislang haftet den „Mobile Games“ ein eher zweifelhafter Ruf an. Kein Wunder: Auf den einschlägigen Download-Seiten der Netzbetreiber finden sich meist nur uralte Bekannte wie die Moorhühner oder Pac-Man sowie lieblose produzierte Spielumsetzungen aktueller Kino-Blockbuster. Ausprobieren kann man die Spiele meist nicht, die Werbeplätze im Fernsehen teilen sie sich mit nervtötender Klingeltonwerbung. Dass die Kosten für einen Spieldownload über das Handy alles andere als transparent sind, verdirbt potenziellen Kunden endgültig den Appetit auf ein schnelles Spielchen auf dem Handydisplay.

Downloads zu teuer

„Das liegt nicht an den Kosten für das Spiel selbst, sondern an den Verbindungspreisen“, sagt Michael Schade, Geschäftführer des Handy-Game-Herstellers Fishlabs in Hamburg. Ein Spiel koste in der Regel nicht mehr als fünf Euro. Mit einer ungünstigen Tarifoption könnten jedoch schon mal zehn oder sogar 15 Euro für einen einzigen Download zusammenkommen. „Es liegt auf der Hand, dass solchermaßen Geschädigte nie wieder ein Handy-Spiel kaufen.“ Noch schlechter zu sprechen ist Schade auf Portale wie Jamba.de, wo man statt eines einzigen Spiels oft gleich ein Abonnement angedreht bekomme, das nur schwer kündbar sei.
Schade und seine Firma sind angetreten, die eingefahrenen Marktstrukturen gründlich durcheinander zu wirbeln. Fishlabs hat sich auf qualitativ hochwertige Handy-Games spezialisiert. Mobiltelefone der neuesten Generation machen mittlerweile Spiele auf dem Niveau von Sonys mobiler Playstation PSP möglich. Ein Problem ist jedoch die Vielzahl der unterschiedlichen Handy-Modelle: „Von einem 3D-Spiel müssen wir etwa 30 unterschiedliche Versionen programmieren, von einem 2D-Game sogar bis zu 300“, klagt Schade. Denn häufig bestehen die Netzbetreiber darauf, dass ein Spiel auf allen Plattformen lauffähig sein muss. „Wir als Entwickler können die Möglichkeiten moderner Plattformen dann nicht ausschöpfen.“ Deshalb suchen die Fishlabs-Leute nun nach neuen Verbreitungswegen, notfalls auch an den Netzbetreibern vorbei. Einer davon könnte sein, die Spiele kostenlos abzugeben und über Werbung zu finanzieren.
Eine weitere Möglichkeit, die Handy-Downloads aus der Schmuddel-Ecke zu holen, hat Handy-Hersteller Nokia mit seinem Multimedia-Dienst „Ovi“ geschaffen. Er vereint unterschiedliche Services wie Musik, Navigation und den Austausch von Dateien. Zu Ovi gehört auch die Spielesoftware N-Gage, die auf vielen aktuellen Nokia-Geräten vorinstalliert ist. Damit macht der Konzern einerseits seine Endgeräte attraktiver und verdient andererseits an den Downloads mit. „Sie können ein Spiel von N-Gage.com auf Ihren PC herunterladen und von dort auf das Handy installieren“, erklärt Sven Morawek, Business Manager Games bei Nokia. Damit entfallen die Übertragungskosten für den Download aufs Handy. Zudem kann jedes Spiel vor dem Kauf unverbindlich getestet werden. Auch Fishlabs bietet seine Titel zum direkten Download über seine Internet-Seite an.

Vorteil der ständigen Verfügbarkeit

Die Attraktivität des Handy-Gaming besteht vor allem darin, dass man das mobile Telefon ohnehin meist dabei hat. Aber nicht nur das: „Die Zukunft gehört Spielen für mehrere Spieler sowie innovativen Spielideen. Hier ist das Handy klar im Vorteil“, erklärt Sven Morawek. So lassen sich moderne Handys problemlos über drahtlose Verbindungen wie Bluetooth und WLAN oder das Mobilfunknetz miteinander verbinden. Beim N-Gage-Spiel „Reset Generation“ können Handy- und PC-Spieler sogar plattformübergreifend gegeneinander antreten.
In N-Gage-Spielen erzielte Punkte werden in internationale Online-Ranglisten eingetragen, damit die Spieler ihre Leistungen untereinander vergleichen können. „Mit ,Dirk Dagger and the Fallen Idol‘, einer Art mobilen Detektivspiel haben wir auch einen Titel im Programm, der die eingebaute Kamera in das Spiel einbindet“, erzählt Morawek. Und über die in Handys eingebauten Sensoren können Flipper-Kugeln oder Spielfiguren mittels Bewegung gesteuert werden.
Selbst die Navigationsantennen von GPS-Handys werden zum Spielzeug: Sie kommen etwa in virtuellen Schnitzeljagden zum Einsatz. „Mobile Spiele sind den Kinderschuhen entwachsen“, fasst Morawek zusammen. „Gerade Nutzer, die sich nicht als Spieler sehen, werden künftig verstärkt auf mobile Telefone als Spielplattform zurückgreifen.“ „Das Handy wird für kommende Generationen die zentrale Medien-Plattform“, glaubt auch Fishlabs-Chef Michael Schade. So wie man schon heute rund um die Uhr mit dem PC online sei, werde dies dank entsprechender Flatrates künftig auch bei mobilen Geräten der Fall sein.
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