Auslaufmodell Mobile Advertising

Außer Mobilfunker wird schon bald niemand mehr mobile Portale brauchen, denn dann ist das vertraute Webseiterl so am Handy wie am Laptop.

Für verhaltensauffällige Werbung hab ich immer ein offenes Auge und auch ein Ohr. Disclaimer: Uninspirierte Sonderwerbeformen wie junge Promotorinnen an stark befahrenen Kreuzungen, die in außerirdischer Kostümierung, cheerleadernd bei roten Ampeln am Zebrastreifen herumzockeln und überfallsartig am Seitenfenster stehen, um für Reifenhändler oder Internet-Runtersauger zu werben, ist auch verhaltensauffällig aber deswegen keine gute Sonderwerbeform. An Kreuzungen am Seitenfenster tauchen bestenfalls Exekutivbeamte auf. Promotorinnen und Exekutivbeamte sorgen gleichfalls für Ärger.

Verhaltensauffälligkeit verspricht Werbung am Handy.

Kurzer Exkurs: 2002 war ich erstmals mit Mobile Marketing konfrontiert. Seither hab ich das Thema mit einiger Betulichkeit verfolgt und festgestellt, dass in dieser Werbegattung weder der Groschen gefallen noch der Rubel gerollt ist. Meine Versuche, mich geduldig mit mobiler Werbung nerven zu lassen, sind bisher gescheitert. Was dagegen richtig nervt, ist mobile Marktforschung!

Registrieren und die Erlaubnis, beworben zu werden, zu erteilen, hat bisher nichts geholfen. Dort wo ich meine Nummer deponierte um sanft aber persönlich umworben zu werden, kam nichts. Dafür kommt, unterhalb der Ärgernis-Schwelle wahrnehmbar, mobile Werbung, hauptsächlich SMS (immer noch!), aus Ecken, denen ich gewiss nicht bewußt meine streng geheime Nummer steckte.

Aber so ist das Leben. Gesättigt von TV- und Print-Werbung, hoffe ich immer noch auf eine mobile Überraschung. Aber selbst der dafür prädestinierte Club Nokia wirbt nicht. Bestenfalls sporadisch um mich überfallsartig für ein morgen auf dem Markt erscheinendes Handy-Modell als Testnutzer zu ködern. Und die Mobilfunker schlafen punkto Mobile Marketing sowieso einen tiefen, ruhigen Schlaf, um sich die nächsten Zweimal-Null- oder Dreimal-Null-Euro-Angebote zu erträumen.

Und jetzt macht sich Mobile Advertising als Begriff wichtig. Darunter versteht man die „alte“ Werbekiste: Content mit Werbeschaltungen zu ummanteln. Es gibt ja da und dort sinnvolle und gut gemachte mobile Portale. Noch!

Wer die Gelegenheit hat, soll sich die extra für Handy-Displays geschnitzten Website-Adaption ansehen bevor sie aussterben. Dorthin platziert Mobile Advertising seine Werbeflächen. Wie Kirschenkerne kleine Umfeld-Flächen oder Rubriken-Sponsorings raufen sich um Aufmerksamkeit in den meistens sehr faschingsbunten Portalen.

Gleichgültig! Auslaufmodelle!
Wenn das iPhone irgendwann ernsthafte Konkurrenz bekommen wird und die vertrauten Websites wie am Laptop auch am Handy darstellbar sind, dann braucht keiner mehr mobile Portale. Und auch niemand mehr Mobile Advertising.

Der Mobile-Internet-Geek-Handtaschenspiegel (=iPhone) macht die unsäglichen Microseiten hinfällig.

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