Free Apps vs. Paid Apps – womit lässt sich mehr Geld verdienen

Free Apps oder Paid Apps? Die Entscheidung ist nicht immer leicht – sowohl für Anwender als auch für Entwickler. Besonders in Bezug auf Games kann es sich für Entwickler allerdings entgegen dem Namen auszahlen, auf Free Apps zu setzen. Schließlich kann man auch mit In-App-Käufen Geld verdienen – und das nicht zu knapp.

Kostenlos anbieten und trotzdem verdienen

Free Apps sind per Definition erst einmal kostenlos. Games in den diversen Appstores verfolgen dabei das Free-to-Play oder auch Freemium-Prinzip. Der Anwender kann diese Free Apps also kostenlos herunterladen und nutzen. Doch wo bleibt da der Erlös für den Entwickler? Richtig, mit In-App-Verkäufen wie Spielgegenständen, neuen Levels, Erweiterungen und ähnlichem lässt sich ebenfalls Geld verdienen.

Viele Entwickler mögen bei dem Gedanken, ihr Baby als Free App auf den Markt zu bringen, zusammen zucken. Doch der Schritt kann sich laut Jeferson Valadares von Flurry durchaus lohnen. Das Unternehmen hat die 100 umsatzstärksten Games im Januar und Juni 2011 miteinander verglichen und dabei berücksichtigt, ob die Umsätze mit Free Apps oder Paid Apps erzielt wurden.

Free Apps sind auf dem Vormarsch

Betrachtet man den vorangehenden Chart wird offensichtlich, dass die Zahl von Free Apps in der Kategorie Games im Apple Appstore deutliche Zuwächse verzeichnet. Flurry weist zudem darauf hin, dass Free Apps oft einen Anteil von 75 Prozent an den 100 umsatzstärksten Apps im Store haben und damit das dominierende Businessmodell seien.

Seit die digitale Distribution Einzug in die Videospiel-Branche gehalten hat, haben sich die Spielregeln geändert. Vormals wurde der Erfolg eines Games in abverkauften Einheiten gemessen, doch diese Zeiten sind endgültig vorbei. Das gilt natürlich für den Smartphone-Markt umso mehr, da es hier ohnehin nicht um physische Produkte geht. Bei Free Apps stellt sich ein finanzieller Erfolg ein, wenn es dem Entwickler gelingt, möglichst viele Spieler für das kostenlose Spiel zu begeistern und den Anwendern möglichst viele und attraktive Gelegenheiten für In-App-Käufe zu offerieren.

Free Apps: viele Anwender, wenige bezahlende Kunden, mehr Umsatz

Bietet man als Entwickler ein Spiel als Free App an, schauen sich zum einen mehr Anwender das Produkt an und zum anderen kann man laut der Einschätzung von Flurry auf diesem Wege auch mehr Umsatz generieren. Das Unternehmen hat Daten erhoben, die zeigen, dass zwischen 0,5 Prozent und sechs Prozent der Spieler einer Free App In-App-Käufe tätigen. Das hört sich erstmal nicht nach sonderlich viel an. Allerdings würde dieser geringe Prozentsatz in der Regel mehr ausgeben als die 0,79 Euro, die viele Paid Apps kosten.

Fazit

Free Apps kommen in den unterschiedlichsten Ausprägungen daher und nicht jedes Modell muss auch dem Gros der potenziellen Kunden zusagen. Mancher mag keine Free App, die lediglich die ersten drei Level eines Spiels bietet, bei der man aber den Rest der App käuflich freischalten muss. Andere sind gegen den Kauf von Gegenständen wie Rüstungen und Waffen, die im Spiel einen Vorteil verschaffen, und wieder andere sind völlig gegen Abo-Modelle wie beispielsweise von manchen Online-Rollenspielen bekannt.

Für Entwickler kann sich das Anbieten von Free Apps durchaus auch finanziell auszahlen. Was der Anwender davon hält, steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt. Persönlich bevorzuge ich besonders im Hinblick auf Games aus dem Appstore das Paid-Apps-Modell. Selbst wenn man weiß, dass eine Free App In-App-Käufe anbietet, fühlt man sich unter Umständen verschaukelt, wenn vorher in der Produktbeschreibung von „free“ die Rede war.

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